Grundwasserschutz und Wasserwirtschaft

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Wasserschutzgebiete werden zur Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung festgesetzt. Die rechtliche Grundlage ist das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Die Festsetzung erfolgt durch Rechtsverordnung des jeweils zuständigen Landratsamtes. Zunächst muss jedoch der Schutzgebietsvorschlag von Wasserwirtschaftsämtern und der Gesundheitsverwaltung fachlich geprüft werden. Nach einer öffentlichen Anhörung wird das Wasserschutzgebiet festgesetzt und die Schutzgebietsverordnung erlassen.

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Um das Trinkwasser bestmöglich zu schützen sieht der Gesetzgeber Wasserschutzgebiete mit drei Schutzzonen vor.

Fassungsbereich (Zone I)

Er schützt die eigentliche Fassungsanlage (Brunnen und Quellen) sowie ihre unmittelbare Umgebung vor jeglicher Verunreinigung. Das Betreten ist für Unbefugte verboten. Der Fassungsbereich ist durch Umzäunung gesichert.

Engere Schutzzone (Zone II)

Sie wird durch die sogenannte 50-Tage-Linie begrenzt. Von hier aus benötigt das Trinkwasser mindestens 50 Tage bis zum Erreichen der Fassung.

Die engere Schutzzone hat eine besondere Funktion. Sie schützt das Trinkwasser vor bakteriellen Verunreinigungen. Innerhalb von 50 Tagen sterben Keime ab und es werden seuchenhygienische Gefahren durch Krankheitserreger vermieden.

Weitere Schutzzone (Zone III)

Sie orientiert sich am Wassereinzugsgebiet und ist der am weitesten entfernte Bereich von der Wasserfassung. Sie wird auch „chemische Schutzzone“ genannt.

Die weitere Schutzzone bietet Schutz vor langfristigen Verunreinigungen oder schwer abbaubaren Verschmutzungen, besonders vor radioaktiven und chemischen. Sie ermöglicht auch eine ausreichende Reaktionszeit bei Unfällen.

Bei großen Wasserschutzgebieten ist eine Unterteilung der Schutzzone in Zone III A und III B möglich.

Für jedes Wasserschutzgebiet gilt eine eigene Schutzgebietsverordnung, die für die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten entwickelt wurde. In ihr ist genau festgelegt was speziell in diesem Wasserschutzgebiet beachtet werden muss und welche Einschränkungen der Schutzstatus mit sich bringt.

Die Gebote und Verbote umfassen die Bereiche:

  • Eingriffe in den Untergrund
  • Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • Abwasserbeseitigung und Abwasseranlagen
  • Verkehrswege, Plätze mit besonderer Zweckbestimmung, Hausgärten, sonstige Handlungen
  • Bauliche Anlagen
  • Landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und gärtnerische Flächennutzung

Wasserschutzgebiete:

Volkach/Astheim
Status: In Kraft getreten am 14.08.2007

Sulzfeld/Marktsteft
Status: In Kraft getreten am 05.03.2004

Uehlfeld
Status: Rechtswirksam durch Regierung von Mittelfranken, in Kraft getreten am 31.12.2016

Haslach/Matzmannsdorf
Status: Rechtswirksam durch Regierung von Mittelfranken, in Kraft getreten am 20.04.2017

Gollhofen
Status: Z. Zt. werden die Brunnen nicht genutzt

Die Schutzgebietsverordnung, Umgriffe und Karten für das entsprechende Wasserschutzgebiet finden Sie unter » Infomaterial - Schutzgebietsverordnungen

Weitere Informationen unter
www.lfu.bayern.de





Projekte

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Grundwasserschutz-Brot

Die FWF ist als Kooperationspartner an der Initiative „Dieses Brot schont unser Grundwasser – Trinkwasserschutz durch weniger Dünger“ im Rahmen der Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für Unterfranken, der Regierung von Unterfranken beteiligt.

Wenn Getreide mit weniger Stickstoff gedüngt wird, gelangt weniger Nitrat über den Boden in das Grundwasser. Dennoch können Landwirte eine reichhaltige Ernte einfahren und Bäcker daraus hochwertige Backwaren herstellen.

Im Wasserschutzgebiet Sulzfeld/Marktsteft wird deshalb Backweizen grundwasserschonend angebaut. Eine örtliche Mühle macht daraus Mehl, was von fünf Bäckereien aus der Region zu verschiedenen Backwaren, Broten und Brötchen verarbeitet wird.

Durch die Herstellung und den Verkauf dieser leckeren und grundwasserschonenden Spezialitäten, wird nicht nur die regionale Wertschöpfung erhöht, sondern auch ein Beitrag für den Schutz unseres Trinkwassers geleistet.

An der Aktion beteiligen sich nachfolgende Bäckereien:

  • Stephan in Frickenhausen
  • Pröschel in Obernbreit
  • Matthäus in Marktsteft
  • Köhler in Volkach

Jeder einzelne kann einen Beitrag leisten!

Machen Sie mit!

Weitere Informationen finden Sie unter:

Aktion Grundwasserschutz-Brot »

www.aktiongrundwasserschutz.de

www.wasserschutzbrot.de

Mehrjähriger Energiepflanzenanbau

Seit 2011 hat die FWF das Projekt „Mehrjähriger Energiepflanzen für Biogasanlagen als Alternative zum Mais unter besonderer Berücksichtigung des Grundwasserschutzes“ gestartet. Ziele sind die Ermittlung der Tauglichkeit der Energiepflanzen Riesenweizengras und Durchwachsener Silphie zum Anbau in den Wasserschutzgebieten der FWF und ihres Potentials zur Verbesserung der Grundwasserqualität.

Die Untersuchungsergebnisse der Jahre 2012 bis 2014 zeigten eine nachhaltige Reduktion der Stickstoffgehalte im Boden. Von diesen Flächen geht kein bzw. kaum noch ein Risiko der Nitratauswaschung aus.

Die FWF fördert deshalb den Anbau der mehrjährigen Energiepflanzen in ihren Wasserschutzgebieten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Frau Sterzinger-Greif

Darüber hinaus ist die FWF Teilnehmer an einem Bundesforschungsprojektes, das gemeinsam mit anderen bayerischen Wasserversorgern und unter der Leitung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf ab 2015 gestartet ist.

Auskunft erhalten Sie bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf:

www.triesdorf.de





Freiwillige Kooperationsvereinbarungen

Wenn es um unser Trinkwasser geht, gilt das Prinzip „Vorbeugen ist besser als heilen“. Deshalb machen wir uns als Wasserversorgungunternehmen dafür stark.

Die Ausweisung von Wasserschutzgebieten ist ein Grundpfeiler für einen nachhaltigen Grund- und Trinkwasserschutz. Dennoch sind zusätzliche Instrumente, wie freiwillige Kooperationsvereinbarungen, wertvolle Ergänzungen.

Mit den Bewirtschaftern der Grundstücke in unseren Wasserschutzgebieten arbeiten wir seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen. Wir bieten in allen unseren Wasserschutzgebieten freiwillige Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen für die grundwasserschonende Bewirtschaftung an. Landwirte, Winzer und Obstbauern nehmen diese gut an.

Den Vertrag über die freiwilligen Kooperationsvereinbarungen für die Landwirtschaft und den Wein-/Obstbau können Sie hier herunterladen:

Infomaterial - Landwirte und Winzer »

 

Die FWF bringt mehrmals im Jahr das Informationsblatt „Die Quecke“ heraus. Hier werden allgemeingültige und aktuelle Hinweise, wichtige Handlungsweisen, Arbeitsverfahren und Hintergrundinformationen für eine grundwasserverträgliche Landbewirtschaftung gegeben. Als Serviceleistung wird sie allen unseren Kooperationspartnern kostenfrei an die Hand gegeben.

Sie können die aktuelle Ausgabe unseres Informationsblattes „Die Quecke“ hier herunterladen.

 

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Infomaterial - Die Quecke »
  

Ansprechpartner:
Friedrich Schaumann
Tel. 09842 938-140

E-Mail: f.schaumann@fernwasser-franken.de